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Entbürokratisierung der Pflege – weniger Papier, mehr Zeit?

05.08.2017

„Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare." 

 

Der Volksmund bringt es mit diesem Spruch auf den Punkt: Für alles und jedes werden bei uns Papiere benötigt. Wenn auch die vielen Regelungen in allen Bereichen unseres Lebens Sicherheit bieten, so bedeuten sie doch vor allem auch Arbeit und einen Zeitaufwand. Vom papierlosen Büro sind viele Bereiche, so auch die Pflege, noch weit entfernt. Formulare werden ausgedruckt, ausgefüllt, unterschrieben, versendet, abgeheftet, archiviert. 

 

Schreiben, unterzeichnen, dokumentieren

 

 

Auch unsere Kunden im ambulanten Pflegedienst sind immer verwundert, wenn sie sehen, wie viel die Pflegekräfte schreiben und unterzeichnen müssen. Leistungsnachweise für die Krankenkassen, Pflegeplanungen, Aktuelles im Verlaufsbericht, Wund- dokumentationen, Beratungen, Vitalzeichen wie Gewicht, Blutdruck, Blutzucker,… manchmal kann so der Eindruck entstehen, die Mitarbeiter sind länger am Dokumentieren wie am Kunden. So gilt bei uns der Grundsatz: „Was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht“, in rechtlicher Sicht ist diese Aussage bedeutend.


Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat sich dieser Problematik angenommen: Nachdem mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsverfahren gekommen sind sowie die Umstellungen auf Pflegegrade, wurde auch das Thema Entbürokratisierung angegangen. Entstanden ist das sogenannte Strukturmodell SIS, ein neues Dokumentationssystem in der Pflege. Die Abkürzung steht für „strukturierte Informationssammlung“ und verspricht weniger Dokumentationsaufwand, ohne die Qualität zu verschlechtern oder die haftungsrechtlichen Risiken zu vernachlässigen.

 

Was wird beim Kunden geplant?

 

In einer Informationssammlung werden die Wünsche des Kunden, sein Pflege- und Betreuungsbedarf sowie die individuellen Pflegerisiken von einer Pflegefachkraft erhoben. Daraus ergibt sich die Maßnahmenplanung, also das, was beim Kunden getan wird. Wichtigste Folge: Auf das wiederholte Dokumentieren immer gleicher Abläufe beim Kunden soll verzichtet werden. Nur noch Abweichungen und Besonderheiten werden aufgeschrieben. Auch hat die Meinung und Kompetenz der Pflegefachkraft einen höheren Stellenwert. 

 

Unsere Partnereinrichtung, das Haus der Senioren, hat als vollstationäre Einrichtung die Umstellung bereits vollzogen und berichtet von deutlich weniger Papier.

 

Unser ambulanter Pflegedienst wird sich in der zweiten Jahreshälfte 2017 inhaltlich mit der Thematik näher befassen und dann eine Umstellung der Dokumentation hin zu SIS vornehmen. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, da nicht einfach neue Formulare genommen werden, sondern die Dokumentation völlig neu ausgerichtet wird. So müssen z.B. auch Verfahrensanweisungen und das Qualitätshandbuch geändert werden.

 

Aber im nächsten Jahr werden wir dann hoffentlich ebenfalls von einer schlanken Dokumentation profitieren und von Mitarbeitern, die mehr Zeit haben für die Pflege und Betreuung unserer Kunden.

Dieser Text stammt aus der Herbst-Ausgabe der Einrichtungszeitung MITEINANDER. Mehr Informationen und das Heft können Sie hier erhalten. Hier klicken.

 

 


 

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